Umfangreiche Sanierung der großen Jehmlich Orgel 2026 gestartet | Klanggewalt trifft High-Tech
9. Januar 2026
Seit diesem Montag haben umfangreiche Sanierungsarbeiten an der großen Jehmlich Orgel begonnen, um das bedeutende Instrument auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Die Wintermonate in der Dresdner Kreuzkirche stehen damit ganz im Zeichen der handwerklichen Präzision und technischen Erneuerung.
Die Arbeiten, die von der renommierten Dresdner Orgelbaufirma Jehmlich ausgeführt werden, sollen bis Ende März 2026 abgeschlossen sein. Mit einem Investitionsvolumen von 185.000 Euro, finanziert durch Eigenmittel, Zuschüsse der Evangelischen Landeskirche Sachsen und privaten Spenden, wird damit der Erhalt eines der wichtigsten kirchenmusikalischen Wahrzeichen der Stadt gesichert.

Jehmlich Orgel der Kreuzkirche Dresden wird saniert
Die derzeitige Jehmlich Orgel aus dem Jahr 1963 ist mit 6.293 Pfeifen und über 80 Registern, verteilt auf vier Manuale und Pedal, das mit Abstand größte Instrument Dresdens. Nach einer grundlegenden Sanierung in den Jahren 2005 bis 2008 gilt sie als Meisterwerk, das eine seltene Harmonie zwischen Raumakustik und Klangcharakter erreicht.
Die nun begonnenen Maßnahmen dienen dazu, dieses künstlerische Erbe für die Zukunft zu wappnen. In einem ersten Schritt werden Teilwerke der Orgel gründlich gereinigt und die Funktionsfähigkeit der Stimmvorrichtungen geprüft. Zudem wird die gesamte Elektrik grundlegend modernisiert, um den heutigen Sicherheits- und Leistungsanforderungen zu entsprechen.

Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeiten liegt auf der Erneuerung der fast 20 Jahre alten elektronischen Steuerung der Registertraktur und der Speichermöglichkeiten der Orgelregistrierungen, die schnelle klangliche Wechsel ermöglichen. Sowohl Registrierungen aufwendiger Orgelwerke als auch Registrierungen verschiedener Organistinnen und Organisten können künftig nahezu unendlich gesichert abgespeichert werden.
Durch den Einbau einer modernen MIDI-Schnittstelle wird das Instrument künftig sogar fernsteuerbar und kombinierbar mit elektronischen Instrumenten sein. Dadurch wird auch die Wartung effizienter gestaltet: Eine neu installierte Fernsteuerung der Tasten erlaubt es, die Jehmlich Orgel künftig mit nur einer Person zu stimmen, ohne dass ein zusätzlicher Tastenhalter benötigt wird.

Für die Kontrolle und Reparatur der über 10 Meter langen, von außen sichtbaren „Bombarde“-Pfeifen wird Anfang Februar ein spezielles Gerüst von fast 20 Metern Höhe auf der Chorempore errichtet.
Während der gesamten Bauphase bis Ende März wird die große Jehmlich Orgel nicht zu hören sein. Die musikalische Gestaltung der Vespern und Gottesdienste bleibt dennoch auf hohem Niveau gesichert. Als Ersatz dient die liegende Orgel aus der Werkstatt Kristian Wegscheider, die während dieser Zeit permanent im Altarbereich stehen wird und zu besonderen Anlässen wie zur Lichtmessvesper am 31. Januar und zum ersten Orgelzyklus-Konzert des Jahres am 18. März auch gemeinsam mit Orchester erklingen wird. Die Chöre werden während der Orgelsanierung auf der ersten Empore rechts vorn positioniert und bei Bedarf von einer Truhenorgel aus der Werkstatt Rohlf begleitet.
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