„Auftakt für den Orgelsommer“ | Konzert mit Kreuzorganist Holger Gehring am 4. Juli 2026
7. Juli 2026
1. Orgelsommer-Konzert 2026: „Der Dresdner Kreuzchor befindet sich auf Konzertreise, in seinem Zuhause, der Kreuzkirche, klingt es regelmäßig weiter. Der Dresdner Orgelzyklus steigert sich mit Gästen aus entfernten Städten zu den Internationalen Dresdner Orgelwochen, der Orgelsommer ersetzt sonnabends um 15 Uhr die pausierenden Kreuzvespern. Sieben Mal spielen bis Mitte August Gäste aus Berlin, Tübingen, Koblenz, Magdeburg und Gießen. Den Auftakt gestaltete wie immer Holger Gehring selbst.
Kreuzorganist Holger Gehring mit lauter Lieblingsstücken
Die Kombination Praeludium, Largo et Fuga C-Dur von Johann Sebastian Bach fing die Hörer dabei sofort ein. Das kurze Praeludium ist ein Beispiel, das fallende Motive nicht immer einen Niedergang oder Sturz symbolisieren – hier stellte sich eher ein Effekt „Vom Himmel hoch, da komm‘ ich her“ ein.

Mit zwei Bearbeitungen, der Aria „Schafe können sicher weiden“ aus BWV 208 und dem Air aus der Suite Nr. 3 D-Dur fügte Gehring Lieblingsstücke des Publikums an, ausgesprochen geschmackvoll in der Anlage, dennoch kam für einen Moment der Eindruck einer Bach-Hitparade auf.
Orgelkonzert in der Kreuzkirche Dresden
Den wischten aber zwei Stücke ganz anderer Art beiseite: Edward Elgar ist vor allem für seine Enigma-Variationen und die Pomp and Circumstance-Marches berühmt. Den Imperial March Opus 32 hat George C. Martin auf die Orgel übertragen, A. Herbert Brewer besorgte dasselbe beim Chanson de Matin Opus 15 Nr. 2. Während der Imperial March effektvoll über Crescendo und Decrescendo ausgesprochen unterhaltsam ausfiel, erklang das Morgenlied sanfter mit vielen Flötenklängen.

Nun wurde die hohe französische Schule serviert. Zunächst mit dem Prélude Opus 29 Nr. 1 von Gabriel Pierné, das nicht nur eine funkelnde, springende Flut auslöste, sondern in auf- und abschwellende Wogen einbettet war. Noch einmal durfte Pierné nachlegen: mit der Cantilène Opus 29 Nr. 2.
Gehrings Finale bestand aus der Première Sonate Opus 42 von Alexandre Guilmant. Hatte Pierné mit den wässrigen Elementen gespielt, so tat es Guilmant mit den lichten und luftigen – wie Sonnenstrahlen, die durch die Kreuzkirche kreiselten.“
06.07.2026 | Wolfram Quellmalz | DNN Kultur | „Auftakt für den Orgelsommer“
