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Orgelkonzert mit Ludwig Ruckdeschel aus Passau | 21. Oktober 2026


9. Oktober 2026

Ein meisterhaftes Konzert erwartet Sie im Rahmen des Dresdner Orgelzyklus in der beeindruckenden Kulisse der Kreuzkirche Dresden. Am Mittwoch, den 21. Oktober 2026, lädt das berühmte Gotteshaus um 20:00 Uhr zu einem besonderen musikalischen Abend ein. Der Domorganist aus Passau, Ludwig Ruckdeschel, nimmt an der großen Jehmlich-Orgel Platz – dem größten Kircheninstrument der Stadt.

Als besonderer Auftakt beginnt bereits um 19:19 Uhr das Gesprächsformat „Unter der Stehlampe“. Bei einem Glas Orgelwein kommen Sie direkt mit dem Organisten ins Gespräch und erfahren Erhellendes wie Berauschendes über das nachfolgende Konzert. Ein stimmungsvoller Einstieg, der persönlichen Einblick in die Werke und ihre Hintergründe schenkt.

Große Jehmlich-Orgel der Kreuzkirche Dresden, Orgelkonzert
Große Jehmlich-Orgel der Kreuzkirche Dresden (c) André Wirsig

Das musikalische Programm schlägt einen faszinierenden Bogen von der Barockzeit bis in die Gegenwart. Den Beginn macht Johann Sebastian Bachs kraftvolles Präludium und Fuge C-Dur (BWV 545), das die Orgel im vollen Klang präsentiert, gefolgt vom feinfühligen Schübler-Choral „Wer nur den lieben Gott lässt walten“. Im Anschluss stehen Werke von Hermann Schroeder und Arthur Piechler auf dem Plan, deren marianische Motive wunderbar in den Monat Oktober passen und die klanglichen Nuancen des Instruments zur Geltung bringen.

Orgelkonzert mit Ludwig Ruckdeschel

Auch das Thema Erntedank findet im Konzert seinen Platz: Die Vertonungen des „Te Deum“ von Max Reger und Jean Langlais sowie Sigfrid Karg-Elerts Choralimprovisation über „Lobe den Herren, den mächtigen König“ bringen spätromantische Harmonik, impressionistische Klangfarben und große Dynamik in den Kirchenraum. Ludwig Ruckdeschel bereichert das Programm zudem durch eigene Kompositionen wie seinen schwungvollen „Tuba Tune in G“ und schließt den Abend mit einer freien Improvisation über ein gegebenes Thema ab.

Mit Ludwig Ruckdeschel erlebt das Publikum einen der prägendsten Organisten seiner Generation. Der Passauer Domorganist blickt auf weit über 1.500 Auftritte im In- und Ausland zurück und verknüpft in diesem Konzert spielerische Brillanz mit feiner Registrierkunst. Freuen Sie sich auf ein vielseitiges Konzert voller Klangpracht, inspirierender Gespräche und großer Orgelmusik mitten in Dresden.

Dresdner Orgelzyklus

Mittwoch, 21. Oktober 2026, 20.00 – 21.00 Uhr (Einlass 19.00 Uhr)
Kreuzkirche Dresden

Hausherr der größten Kirchenorgel
Werke von Johann Sebastian Bach, Max Reger, Hermann Schroeder sowie Improvisationen
Domorganist Ludwig Ruckdeschel (Passau)
19.19 Uhr: Unter der Stehlampe
Orgelwein und Organist im Gespräch – Erhellendes und Berauschendes zum Konzert

Tickets zum Preis von € 8 pro Person (ermäßigt € 6) sind erhältlich an der Konzertkasse der Kreuzkirche, online und an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Große Jehmlich Orgel der Kreuzkirche Dresden, Orgelkonzert
Große Jehmlich Orgel der Kreuzkirche Dresden (c) André Wirsig

Konzertprogramm:

Joh. Seb. Bach (1685-1750)
Präludium und Fuge C-Dur BWV 545
Choral „wer nur den lieben Gott lässt walten“ (aus den Schübler-Chorälen)

Hermann Schröder (1904-1984)
aus Marianische Antiphone:
I „Regina Caeli“ (Präludium)

Arthur Piechler (1896-1974 – zum 130. Geburtsjahr)
Nocturno „Salve Regina“ (op. 39/ 5)

Hermann Schröder
aus Marianische Antiphone:
IV Salve Regina (Toccata)

Ludwig Ruckdeschel (*1968)
Tuba Tune in G (2023)

Max Reger (1873-1916 – zum 110. Todesjahr)
„Te Deum“ (op. 59/ 12)

Sigfrid Karg-Elert (1877-1933)
Aus Choralimprovisationen:
“Lobe den Herren, den mächtigen König” (op. 65/ 58)

Jean Langlais (1907-1991)
Hymne d´action de graces (Te Deum) Op. 5/ 3
(aus “Trois paraphrases grégoriennes”)

Ludwig Ruckdeschel (*1968)
Freie Improvisation über ein gegebenes Thema

Orgelkonzert
Große Jehmlich-Orgel der Kreuzkirche Dresden

Johann Sebastian Bachs in seiner Leipziger Zeit als Thomaskantor entstandenes Präludium und Fuge C-Dur leitet das Konzert ein und zeigt in komprimierter Form Pracht, Polyphonie und harmonische Farbigkeit seiner großen Orgelkunst. Hier hören wir die Orgel im Präludium im „organo pleno“, mit Principalen, Mixturen und Zungen registriert. Die Fuge entwickelt sich aus dem eingängigen, an Palestrina erinnernden Thema, und baut sich klanglich auf, und erreicht nach der Durchführung mit verschiedenen Modulationen den Schluß, der akkordisch über einem Orgelpunkt ausklingt.

Bach hat eigene Kantatenarien für Orgel bearbeitet und noch zu Lebzeiten herausgegeben, so entstanden die „Schübler-Choräle“. Im heute zu hörenden Choral aus der gleichnamigen Kantate „wer nur den lieben Gott läßt walten“ liegt die Choralmelodie mit 4´im Pedal registriert in der Mittellage des Satzes.

Aus Hermann Schroeders interessanter Sammlung der Marianischen Antiphone für Orgel hören wir das Eingangsstück und die Schlußtoccata, die ein stimmungsvolles „Salve Regina“ des aus dem Bistum Passau stammenden Arthur Piechler (auch hier die Melodie mit 4´im Pedal zu spielen) einrahmen. Diese Musik lässt sich an der Jehmlich-Orgel klanglich besonders gut darstellen, der marianische Akzent läßt den Marienmonat Oktober im Konzert anklingen.

Mein Tuba Tune in G wurde zu Einweihung der neuen Solowerke in der Vierung des Passauer Doms geschrieben und zeigt verschiedene solistische Zungenregister und Klangfarben der Orgel.

Die folgenden Vertonungen des „Te Deum“ – verbunden mit dem Loblied „Lobe den Herren“ nehmen Bezug auf das Erntedankfest und zeigen in ganz unterschiedlicher Weise interessante Farben und Strukturen.

Max Regers Orgelstil ist mächtig, von geballten Akkorden, dichter, spätromantischer Harmonik, dramatischen Steigerungen und neobarocker Polyphonie geprägt. Einstimming erklingt das gregorianische Te-Deum Motiv, und entwickelt sich dann frei, quasi wie eine Improvisation weiter. Ein abschließendes Fugato beginnt im Pedal fast aus dem Nichts und steigert sich bis in den vollen Orgelklang.

Sigfrid Karg Elert war ein gefeierter Virtuose an Orgel und Harmonium, und seine Musik besticht durch kaleidoskopartige Effekte, impressionistische Klangwirkungen und zeigt wie auch bei Reger eine Auseinandersetzung mit der großen Orgelkunst Bachs.

Seine stimmungsvolle Choralimprovisation „Lobe den Herren“ verbindet Jugendstil-Arabesken mit harmonisierten Choralzeilen und packenden Steigerungen, und klingt quasi ins Nichts verschwindend aus.

Jean Langlais war als großartiger Improvisator bekannt. Sein Te Deum beginnt wie bei Reger einstimmig mit dem gregorianischen Motiv, aus dem sich wiederum quasi improvisatorisch ein harmonisch farbiger Lobgesang entwickelt, mit typisch französischer Registrierung, einer groß angelegten Steigerung und anfangs wie am Schluß wuchtigen Akkordsäulen im pleno der Orgel.

Nachdem der letzte Abschnitt des Konzerts mit quasi aufgeschriebenen Improvisationen gestaltet wurde, füge ich als Schlu einige eigene freie Improvisation an, in der ich noch einmal besonders schöne Farben der Kreuzkirchen-Orgel zeigen möchte.

(L. Ruckdeschel)

Ludwig Ruckdeschel, Orgelkonzert