Orgelkonzert | Musik von Joseph Haydn | 18.03.2026
11. März 2026
Der Dresdner Orgelzyklus startet sein Orgelkonzert-Jahr 2026 mit einem glanzvollen Auftakt in der Kreuzkirche Dresden. Am Mittwoch, dem 18. März 2026, verwandelt sich der Altarbereich der berühmten Kirche ab 20:00 Uhr in eine Bühne für die Wiener Klassik. Unter dem Titel „Frühlingserwachen“ präsentieren Kreuzorganist Holger Gehring an Orgel und Cembalo, der Violinist Wolfgang Hentrich und das Philharmonische Kammerorchester Dresden ein Programm, das sich ganz dem Schaffen Joseph Haydns widmet.
Orgelkonzert in der Kreuzkirche Dresden
Das Konzert beleuchtet die faszinierende Entstehungsgeschichte von Haydns Orgelkonzerten, die vermutlich in den 1750er-Jahren entstanden, als er noch als Organist in der Kapelle des Grafen Haugwitz wirkte. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der damals üblichen Praxis, Werke flexibel für verschiedene Tasteninstrumente zu konzipieren. So ist das Konzert Nr. 10 C-Dur (Hob XVIII:10) in einer Wiener Abschrift zwar als „Concertino“ für Cembalo überliefert, doch der Ambitus der Solostimme von C bis c³ verrät die ursprüngliche Bestimmung für die Orgel. Es besticht durch die für die Zeit typischen, eleganten Spielfiguren und eine heitere Grundstimmung.

Ein weiterer Höhepunkt ist das Doppelkonzert F-Dur (Hob. XVIII:6) für Violine, Cembalo und Streicher. Hier verschmelzen die solistischen Ansprüche der Violine, die an Haydns frühe Streichquartette erinnern, mit einem Cembalopart, der noch stark in der Tradition des Generalbasses verwurzelt ist. Obwohl das Werk erst 1937 gedruckt wurde, existierten bereits Mitte des 18. Jahrhunderts handschriftliche Belege für dieses virtuose Zusammenspiel, das den kammermusikalischen Geist der Epoche perfekt einfängt.
Abgerundet wird das Programm durch das Concerto Nr. 2 D-Dur (Hob XVIII:2). Interessanterweise wurde dieses Werk in einem Berliner Manuskript fälschlicherweise dem Cembalomeister Baldassare Galuppi zugeschrieben, doch Haydns eigener Werkkatalog räumt jeden Zweifel an der Urheberschaft aus. Das Publikum erlebt das Konzert in seiner originalen Streicherbesetzung, wobei die Orgel sowohl solistisch glänzt als auch die harmonische Basis im Tutti liefert. Eine Besonderheit dieser Aufführung ist die Verwendung einer historischen, voll ausgeführten Generalbassstimme aus Wien, die den authentischen Klangcharakter der Zeit unterstreicht.

Bereits vor dem offiziellen Orgelkonzert lädt die Kreuzkirche zu einem besonderen Get-together ein. Ab 19:19 Uhr heißt es „Unter der Stehlampe“: Bei einem Glas Orgelwein kommen Besucher und der Organist ins Gespräch. Diese lockere Runde bietet die Gelegenheit, „Erhellendes und Berauschendes“ über die Musik und die Instrumente zu erfahren, bevor das musikalische Frühlingserwachen im festlichen Altarraum seinen Lauf nimmt.
Dresdner Orgelzyklus
Frühlingserwachen
Werke für Orgel, Cembalo, Violine und Orchester von Joseph Haydn
Kreuzorganist Holger Gehring (Dresden)
Wolfgang Hentrich, Violine
Philharmonisches Kammerorchester Dresden
19.19 Uhr: Unter der Stehlampe
Orgelwein und Organist im Gespräch – Erhellendes und Berauschendes zum Konzert
Tickets für das Orgelkonzert zu 15 Euro (erm. 12 Euro) erhältlich an der Konzertkasse der Kreuzkirche, online und an allen bekannten Vorverkaufsstellen.
Abendkasse am Eingang F der Kreuzkirche (Turmaufstieg) 60 Minuten vor Beginn geöffnet.
Ermäßigte Preise gelten für Kinder ab 6 Jahren (Eintritt erst ab 6 Jahren möglich), Schüler, Studenten, Auszubildende, Männer und Frauen, die Bundesfreiwilligendienst (BFD) leisten, Freiwillig Wehrdienstleistende (FWD), Inhaber des Dresden-Passes sowie Schwerbehinderte ab GdB 80 und deren Begleitpersonen.
Orgelkonzert-Programm:
Joseph Haydn (1732-1809)
Konzert Nr. 10 C-Dur Hob XVIII:10
für Orgel und Orchester
Doppelkonzert Nr. 6 F-Dur Hob. XVIII:6
für Violine, Cembalo und Orchester
Concerto Nr. 2 D-Dur Hob XVIII:2
für Orgel und Orchester