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Klassik | Orgelkonzert mit Domorganist Konstantin Reymaier | 8. Juli 2026


1. Juli 2026

Klassik fasziniert Musikliebhaber weltweit immer wieder aufs Neue, besonders wenn sie in einem so geschichtsträchtigen und klanggewaltigen Raum wie der Dresdner Kreuzkirche zum Leben erweckt wird. Im Rahmen des renommierten Dresdner Orgelzyklus verwandelt sich die sächsische Metropole in den Sommermonaten durch die Internationalen Dresdner Orgelwochen in ein lebendiges Epizentrum für anspruchsvolle Tastenkunst.

Am Mittwoch, den 8. Juli 2026 um 20:00 Uhr, erwartet das Publikum ein ganz besonderes musikalisches Highlight. Der Wiener Domorganist Konstantin Reymaier gastiert in Dresden und präsentiert sein tiefgründiges Konzertprogramm „TRANSCRIPTS“. Bereits vor dem eigentlichen Konzertbeginn, um exakt 19:19 Uhr, lädt das beliebte Format „Unter der Stehlampe“ zu einem anregenden Einstieg ein. Bei einem Glas erlesenen Orgelweins bietet das persönliche Gespräch mit dem Organisten erhellende und berauschende Einblicke in die Geheimnisse der dargebotenen Meisterwerke und verspricht einen Abend, der die zeitlose Klassik von einer völlig neuen Seite beleuchtet.

Klassik: Transkriptionen für Orgel

Das Phänomen, Musik für die Orgel zu arrangieren und zu transkribieren, ist eine faszinierende Kunst, die tief in der Historie verwurzelt ist und die traditionelle Klassik seit Jahrhunderten bereichert. Schon im Mittelalter und der Renaissance war es gängige Praxis, sowohl komplexe vokale Kompositionen als auch weltliche Lieder und Tänze auf das Tasteninstrument zu übertragen. Obwohl diese Lust am Experimentieren in der Barockzeit vordergründig leicht zurückging, verlor sie nie ganz an Bedeutung.

Kein Geringerer als Johann Sebastian Bach schuf virtuose Bearbeitungen eigener und fremder Werke. Er formte populäre Kantatenarien zu meisterhaften Choralvorspielen um und trug maßgeblich dazu bei, dass die instrumentale Klassik flexibel und dynamisch blieb. Auch im 19. Jahrhundert erlebte die Transkription eine goldene Ära, insbesondere in England, wo monumentale Rathausorgeln dazu genutzt wurden, sinfonische Orchesterwerke einem breiten Publikum ohne eigenes Orchester zugänglich zu machen und so wichtige Bildungslücken zu schließen.

Große Jehmlich-Orgel der Kreuzkirche Dresden, Orgelkonzert
(c) André Wirsig

In unserer heutigen, digitalisierten Welt, in der moderne Technik und das Internet einen ununterbrochenen, bequemen Zugang zu jeder erdenklichen Musikrichtung ermöglichen, droht das bewusste Hinhören oft im Rauschen automatischer Playlists unterzugehen. Gerade in dieser Reizüberflutung gewinnen handgemachte Transkriptionen im Bereich der Klassik einen vollkommen neuen, unwiderstehlichen Reiz.

Sie imitieren nicht bloß stumpf das Orchester, sondern kleiden große, bekannte Tonschöpfungen in ein völlig neues, überraschendes Gewand, um unsere Ohren sanft zu wecken und neu zu schärfen. Das Programm von Konstantin Reymaier führt drei unterschiedliche Genres zusammen, die die Orgel der Kreuzkirche in all ihren Facetten erstrahlen lassen. Zu hören sind vier kunstvolle Bearbeitungen aus dem Kantatenwerk von Johann Sebastian Bach – darunter die tief bewegenden Stücke „Gott soll allein mein Herze haben“ und „Jesu, der du meine Seele“ –, die allesamt die geistliche Klassik in Reinform atmen.

Neben den barocken Klängen Bachs widmet sich der Abend zwei weiteren Giganten der Musikgeschichte, deren Werke in neuem Glanz erstrahlen. Mit dem Scherzo aus der „Nullten Symphonie“ von Anton Bruckner, in der Bearbeitung von Erwin Horn, wird ein monumentales Orchesterwerk auf die Königin der Instrumente übertragen. Da Bruckner der Orgel zeitlebens tief verbunden war, jedoch kaum größere Solowerke für sie hinterließ, lässt uns diese Transkription das Echo einer längst verklungenen, symphonischen Welt vernehmen. Den romantischen Kontrapunkt setzt Robert Schumanns geheimnisvoller Zyklus „Nachtstücke op. 23“, den Reymaier selbst für Orgel arrangiert hat. Von „Mehr langsam, oft zurückhaltend“ bis zu „Mit grosser Lebhaftigkeit“ entfaltet sich hier die emotionale Breite und der feinsinnige Humor Schumanns, der die romantische Klassik so unverwechselbar macht.

Klassik Orgelkonzert mit Konstantin Reymaier
Konstantin Reymaier (c) Daniel Willinger

Der Interpret dieses Abends, Domorganist Konstantin Reymaier, gehört zu den profiliertesten Persönlichkeiten der heutigen Kirchenmusikszene. Geboren 1967, blickt er auf eine beeindruckende Biografie zurück, die ein Orgelstudium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien sowie ein Theologiestudium umfasst. Nach Stationen in Cambridge, Oxford und einer Professur für Orgel und Improvisation in Graz wurde er 2009 zum Priester geweiht und leitet seit 2016 als Domorganist die Musik am weltberühmten Wiener Stephansdom, wo er auch die Erneuerung der monumentalen Riesenorgel im Jahr 2020 verantwortete.

Seine rege Konzerttätigkeit führt ihn durch ganz Europa und die USA sowie zu renommierten Festivals wie den Salzburger Festspielen. Zahlreiche Aufnahmen für namhafte Labels wie die Deutsche Grammophon dokumentieren sein Schaffen. Lassen Sie sich dieses Fest der Klassik beim Dresdner Orgelzyklus nicht entgehen und erleben Sie, wie lebendig, frisch und inspirierend die Meisterwerke der Vergangenheit im Gewand der Gegenwart klingen können.

Orgelkonzert – Dresdner Orgelzyklus

Mittwoch, 08.07.2026, 20.00 – 21.00 Uhr (Einlass 19.00 Uhr)
Kreuzkirche Dresden


Gruß aus dem Steffl
Werke von Johann Sebastian Bach, Anton Bruckner und Robert Schumann
Domorganist Konstantin Reymaier (Wien/Österreich)
19.19 Uhr: Unter der Stehlampe
Orgelwein und Organist im Gespräch –
Erhellendes und Berauschendes zum Konzert

Tickets: 8 € (erm. ab 6 €)

Tickets erhältlich an der Konzertkasse, online und an allen bekannten Vorverkaufsstellen
Abendkasse in der Kreuzkirche (Eingang F) 60 Minuten vor Beginn geöffnet.

Ermäßigte Preise gelten für Kinder ab 6 Jahren (Eintritt erst ab 6 Jahren möglich), Schüler, Studenten, Auszubildende, Männer und Frauen, die Bundesfreiwilligendienst (BFD) leisten, Freiwillig Wehrdienstleistende (FWD), Inhaber des Dresden-Passes sowie Schwerbehinderte ab GdB 80 und deren Begleitpersonen.

Orgelkonzert, Dresdner Orgelzyklus, Holger Gehring, Orgelseminar

Klassik-Konzertprogramm:

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Vier Bearbeitungen aus dem Kantatenwerk
(Bearbeitung von Konstantin Reymaier)

Anton Bruckner (1824-1896)
Scherzo aus der Nullten Symphonie
(Bearbeitung von Erwin Horn)

Robert Schumann (1810-1856)
Nachtstücke op. 23
(Bearbeitung von Konstantin Reymaier)

Klassik Orgelkonzert mit Konstantin Reymaier
Konstantin Reymaier (c) Daniel Willinger