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Klassik | Orgelkonzert mit Arno Hartmann aus Bochum | 27. Mai 2026


21. Mai 2026

Klassik begegnet Moderne im Herzen Dresdens, wenn die historische Kreuzkirche ihre Tore für ein außergewöhnliches musikalisches Ereignis öffnet. Im Rahmen des bekannten Dresdner Orgelzyklus lädt die traditionsreiche Spielstätte am Mittwoch, dem 27. Mai 2026, um 20:00 Uhr zu einem glanzvollen Orgelkonzert ein. Der renommierte Organist Arno Hartmann aus Bochum widmet den Abend dem faszinierenden Programmschwerpunkt „Bach & Italien“ und beleuchtet die tiefgründigen Wechselwirkungen zwischen der deutschen und der italienischen Musiktradition. Das Publikum darf sich auf ein Konzerterlebnis freuen, das meisterhafte Klassik mit südländischer Dynamik verwebt und zeigt, wie intensiv sich Johann Sebastian Bach mit den italienischen Form- und Satzmodellen des frühen 18. Jahrhunderts auseinandergesetzt hat.

Klassik: Bach und Italien mit Arno Hartmann

Schon vor dem eigentlichen Konzertbeginn erwartet die Besucher ein ganz besonderes Highlight: Um 19:19 Uhr öffnet sich das Forum „Unter der Stehlampe“, bei dem Orgelwein und der Organist im persönlichen Gespräch zueinander finden. Diese charmante Einstimmung verspricht Erhellendes und Berauschendes gleichermaßen und bietet fundierte Einblicke in ein anspruchsvolles Repertoire, das die unvergängliche Klassik des Barockmeisters Bach in ein neues Licht rückt. Die dargebotenen Stücke demonstrieren eindrucksvoll, wie Bach den konzertanten italienischen Stil und die charakteristische Dreisätzigkeit in sein eigenes, streng kontrapunktisches Denken integriert hat.

Große Jehmlich-Orgel der Kreuzkirche Dresden, Orgelkonzert
(c) André Wirsig

Das hochkarätige Konzertprogramm spannt den Bogen von Bachs berühmter Toccata, Adagio et Fuga in C BWV 564, die in seiner Zeit als Weimarer Hoforganist entstand, bis hin zu der ausladenden, kunstvollen Choralfantasie „Komm, Heiliger Geist“ BWV 652 aus den Leipziger Chorälen, die auf einem Pfingstlied von Martin Luther basiert.

Dass Bachs Klassik auch Jahrhunderte später Musiker in Italien inspirierte, beweisen die virtuosen Bearbeitungen von Marco Enrico Bossi aus dem Jahr 1929, der die Sinfonia No 9 BWV 795 und die Fughetta über „Dies sind die heil’gen zehn Gebot’“ BWV 679 für die Orgel transkribierte. Auch die von Lorenzo Ghielmi vervollständigte Fantasia in C BWV 573 spiegelt diese faszinierende Epoche wider, in der Bachs kompositorische Strenge mit spätromantischer Klangästhetik verschmolz und die Orgel als sinfonisches Instrument völlig neu interpretiert wurde.

Einen echten Entdeckungscharakter bieten die weitgehend unbekannten „Tre pezzi per Organo“ von Ermanno Wolf-Ferrari aus dem Jahr 1895. Als Orgelkomponist bisher kaum wahrgenommen, schuf er diese Stücke während seiner Studienzeit bei Rheinberger in München, geprägt von intensiven Bach-Abschriften, bevor er das Werk in Mailand vollendete und es erst im Jahr 2024 in Rom seine Uraufführung erlebte. Nach Bachs italienisch beeinflusster Fuge in h BWV 579 über ein Thema von Corelli bildet das Praeludium und Fuge a-Moll KinBu 157 von Ferruccio Busoni den monumentalen Abschluss. Busoni, ein genialer Wegbereiter der Neuen Musik und Meister der Bach-Bearbeitung, schuf dieses hochreife Jugendwerk 1880 als Passacaglia mit anschließender Doppelfuge zu einem im Pedal unterlegten Choral.

Orgelkonzert, Klassik in der Kreuzkirche Dresden
Arno Hartmann © Tomasz Griessgraber

Mit Arno Hartmann an der historischen Orgel der Kreuzkirche ist ein wahrer Kosmopolit der Tastenkunst zu erleben. Der in Duisburg geborene Künstler studierte in Wien, leitete internationale Masterclasses in Moskau sowie Atlanta und konzertierte auf Orgelfestivals weltweit von Europa über die USA bis nach Australien und Südamerika. Seine herausragende Arbeit als langjähriger Organist der Wiener Symphoniker, Kirchenmusikdirektor in Bochum und künstlerischer Leiter des Bochumer Orgelfestivals ist durch zahlreiche CD-Einspielungen und Rundfunkübertragungen dokumentiert. Erleben Sie, wie Hartmann die zeitlose Klassik dieses Abends zum Leben erweckt und die monumentale Akustik der Kreuzkirche in ein mitreißendes Klangkunstwerk verwandelt.

Orgelkonzert – Dresdner Orgelzyklus

Mittwoch, 27.05.2026, 20.00 – 21.00 Uhr (Einlass 19.00 Uhr)
Kreuzkirche Dresden


Bach und Italien
Johann Sebastian Bach, Ferruccio Busoni und Ermanno Wolf-Ferrari
Arno Hartmann (Bochum)
19.19 Uhr: Unter der Stehlampe
Orgelwein und Organist im Gespräch –
Erhellendes und Berauschendes zum Konzert

Tickets: 8 € (erm. ab 6 €)

Tickets erhältlich an der Konzertkasse, online und an allen bekannten Vorverkaufsstellen
Abendkasse in der Kreuzkirche (Eingang F) 60 Minuten vor Beginn geöffnet.

Ermäßigte Preise gelten für Kinder ab 6 Jahren (Eintritt erst ab 6 Jahren möglich), Schüler, Studenten, Auszubildende, Männer und Frauen, die Bundesfreiwilligendienst (BFD) leisten, Freiwillig Wehrdienstleistende (FWD), Inhaber des Dresden-Passes sowie Schwerbehinderte ab GdB 80 und deren Begleitpersonen.

Orgelkonzert, Dresdner Orgelzyklus, Holger Gehring, Orgelseminar

Klassik-Konzertprogramm:

Johann Sebastian Bach (1685–1750)
Toccata, Adagio et Fuga in C BWV 564

Johann Sebastian Bach
Komm, Heiliger Geist BWV 652
alio modo, à 2 Clav. et Ped. 

Johann Sebastian Bach
Sinfonia No 9 BWV 795
Transcritta per Organo (con pedale obligato) da Marco Enrico Bossi

Johann Sebastian Bach
Fughetta über „Dies sind die heil’gen zehn Gebot’“ BWV 679
Transcritta per Organo (con pedale obligato) da Marco Enrico Bossi

Johann Sebastian Bach
Fantasia in C (Fragment) BWV 573
vervollständigt von Lorenzo Ghielmi (geb. 1959)

Ermanno Wolf-Ferrari (1876–1948)
Tre pezzi per Organo (1895)
Preludio – Largo assai (ma rubato)
Canone – Andantino affettuoso
Piccolo Labirinto Armonico – Con moto, ma non troppo

Johann Sebastian Bach
Fuga in h BWV 579
über ein Thema von Corelli

Ferruccio Busoni (1866–1924)
Praeludium und Fuge a-Moll für Orgel
KinBu 157

Orgelkonzert, Klassik in der Kreuzkirche Dresden